Schülerinnen im Gespräch mit Gerd Baumann (Band „Dreiviertelblut“)

Der „Aktionskreis Fassboden“ holte am 14. August 2020 die Wanderbühne „Flying Circus“ nach Niederalteich. Diese Bühne tourt im Sommer durch ganz Bayern mit illustren Persönlichkeiten des Kabaretts und der Popmusik.

Mit der Aktion ermöglicht der Intendant des Münchner Lustspielhauses Till Hofmann Freiluftveranstaltungen mit mehr Zuschauern, als sie aufgrund der Corona-Maßnahmen in geschlossenen Räumen möglich sind. In Niederalteich präsentierten sich auf der Klosterwiese hinter der Basilika der Sänger und Kabarettist Hannes Ringlstetter, der durch seine eigene Show im Bayerischen Fernsehen weithin bekannt ist, und die Band „Dreiviertelblut“. Sie wird geleitet von Gerd Baumann, Professor für Filmmusik an der Musikhochschule München. Seinen Durchbruch als Komponist errang er mit dem Film „Wer früher stirbt ist länger tot“ von Marcus Rosenmüller. Für die Filmmusik wurde er 2007 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.


Gerd Baumann nahm sich vor dem Konzert Zeit, einer interessierten Gruppe von Schülerinnen in der Aula des Gymnasiums Rede und Antwort zu stehen über filmmusikalische Techniken, über das Verhältnis von schöpferischer Freiheit und Vorgaben des Regisseurs und über musikalische Charakterzeichnung. Dabei wurde klar, dass Filmmusik eine vielschichtige Angelegenheit ist. Während im Fernsehen oft pauschale und vorgestanzte Motive und Effekte zum Einsatz kommen, besteht bei einem Kinofilm die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung. Wie in allen schöpferischen Berufen kommt es in der Branche darauf an, hartnäckig sein Ziel zu verfolgen und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Eindrucksvoll erzählte Baumann von einem persönlichen Desaster. Nach einer einjährigen Kompositionsphase fiel die Oper, die er für ein Münchner Festival geschrieben hatte, bei der Kritik mit Pauke und Trompeten durch. Ein harter Schlag, dem dann der zunehmende Erfolg als Filmmusikkomponist und als Leader der Band „Dreiviertelblut“ folgte.

Erstaunt zeigte sich Baumann über die ausschließlich weiblich besetzte Runde. Im Studiengang Filmmusik würde er sich mehr Damen wünschen. Von den 14 Studenten, die er an der Hochschule momentan betreut, seien alle Männer. Um vielleicht die eine oder andere anzustoßen, lud Baumann die Schülerinnen nach München ein, um sich vor Ort ein Bild über den Studiengang zu machen. Fotos: Pöschl (2), Wisberger (2)